Außer seinen traditionellen Schätzen der Baukunst besitzt Troyes ein bedeutendes Industrieerbe aus dem 19. und 20. Jh.. Neben den Textilfabriken, die die Stadt berühmt gemacht haben, erwecken auch die Unternehmer- oder Herrenhäuser und die Arbeiterviertel als Zeugen der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen heute die Aufmerksamkeit der Historiker und Architekten.

 
VILLA GASTON VIARDOT (1908)
Bd Gambetta 26
In der Belle Epoque wurden die Bürgerhäuser durch überreiche Ausschmückung zu wahren Schmuckstücken.

Typisch für den Jugendstil ist die Villa Gaston Viardot, die neben dem heutigen Gebäude der Sparkasse liegt.

Ein weiteres Beispiel für den Jugendstil der Jahrhundertwende ist die Villa au Héraut am Boulevard Carnot Nr. 4 (Fortsetzung des Boulevard Gambetta). Das Gebäude in Form eines Pyramidenstumpfes wird von einer mittelalterlichen Heroldsfigur gekrönt.


THEATRE DE CHAMPAGNE (Anfang 20. Jh.)

Boulevard Gambetta
Das Theater wurde auf den Fundamenten des 1892 abgebrannten, hölzernen Zirkusbaus von H. Schmitt (Architekt des Kasinos von Monte-Carlo), als massiver Steinbau neu errichtet. Die Hufeisen-Verziehrungen an den Kapitellen der Fassadensäulen erinnern daran, dass hier einst ein Pferdezirkus stand.

 

DER MUSIKPAVILLON
Jardin du Rocher (bd Gambetta)
Der 1889 im orientalischen Stil erbaute Musikpavillon ist das großzügige Geschenk eines troyeser Tuchmachers.

 

 

 

 


DIE BALTARD-MARKTHALLE (1874)
Saint-Rémy-Viertel
An der Stelle des Hauses der Brüder Pithou wurde diese Markthalle von Bataille, Périsé und Moisant im reinsten Baltard-Stil errichtet, d.h. es wurden gleichzeitig Eisen und gusseisernen Elemente sowie Glas verwendet.

Im Jahr 1900 war diese Markthalle mit einer Fläche von 60 x 42 m (297 an Händler vermietete Stände) eine der größten Frankreichs. Sie war für eine Stadt von 38.000 Einwohnern konzipiert worden, aber ihr lag bereits ein zukunftsweisendes Konzept zugrunde.
(Die Markthalle ist täglich geöffnet, Samstag ist großer Markttag).