"Dornröschen“ - aus dem Schlaf erwacht  
 
Seit 1964 ist in Troyes (wie auch in 14 anderen Städten Frankreichs) nach dem Gesetz "Loi Malraux“ verfahren worden. Ein Gebiet von 52 m2 wurde unter Denkmalschutz gestellt”.

Die meisten Häuser des historischen Stadtkerns stammen aus der Zeit nach 1530, als nach der Großen Feuersbrunst von 1524 der Wiederaufbau begann. Seitdem erhielt das schöne Fachwerk systematisch einen grauen Schutzanstrich. Unter Sully und Colbert mussten die Häuser verputzt werden und der Bau von Erkern wurde untersagt.
 

 

 

 


Nach 4 Jahrhunderten grauer Einheitsfassaden konnten die Häuser in Troyes ihren Farbenzauber neu entfalten, und das entspricht - nach den wieder entdeckten Bauplänen und Stichen aus der damaligen Zeit - durchaus der Tradition.

Am spektakulärsten restauriert wurde ein Kaufhaus in der Innenstadt.

Weitere gelungene Fassadenrestaurierungen: eins der wenigen Häuser aus dem 15. Jh.: „Le Champ des Oiseaux“ (rosé, zartgrün und blassgelb) ganz in der Nähe der Kathedrale; die Hausnummern 46, 48, 50 der Rue Kléber und die Nr. 32: das Maison du Dauphin, das in Gelb-, Ocker, Grün und Rottönen gehalten und mit stilisierten Pflanzenelementen versehen ist; die Häuser der Rue Emile Zola etc...
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


TOURELLE DE L'ORFEVRE (16. Jh.)

Rue Champeaux – rue Paillot de Montabert (Viertel Sain-Jean, Fußgängerbereich)
Rue Champeaux/Rue Paillot de Montabert (Viertel Sain-Jean, Fußgängerbereich)
Dieses für den troyeser Baustil typische Turmhaus, auch „Haus des Goldschmieds“ genannt, wurde von 1578 bis 1618 für François Roize, den Goldschmiedemeister, und seine Ehefrau Nicole Boulanger gebaut

Es wird von drei Karyatiden mit Faunsgesichtern abgestützt und hat eine schöne Treppe aufzuweisen. Seit 1300 war die Goldschmiedezunft in der Rue Paillot de Montabert heimisch; hier hielt sie ihre Versammlungen ab und feierte den Gedenktag ihres Schutzheiligen Saint Eloi (Hlg. Eligius) in der nahe gelegenen Kirche Sainte-Madeleine. 1594 gehören 28 Goldschmiedemeister dazu.

MAISON DU BOULANGER (Haus des Bäckers) (16. Jh.)
Rue Champeaux – rue Paillot de Montabert, gegenüber dem Turmhaus (Viertel Saint-Jean, Fußgängerbereich)
OIm Erdgeschoss befand sich einst ein Bäckerladen, daher der Name...

Mit einer am Dachfirst angebrachten Winde konnten die Mehlsäcke bis zum Dachboden hochgezogen werden. Früher waren die Fallfenster der beiden Stockwerke mit Ölpapier bedeckt.

HOTEL JUVENAL DES URSINS (16. Jh.)
Rue Champeaux (Fußgängerbereich)
Stadtpalais von Jean Juvénal des Ursins (1360 – 1431), Richter und Vogt der Kaufleute, der ein Vertrauensmann der Königin Isabeau von Bayern war.

 

 

RUELLE DES CHATS
Zwischen Rue Champeaux und Rue Charbonnet
Da die Dächer der Häuser hier fast aneinander stoßen, können die Katzen von einem Dachboden zum anderen springen, daher der Name.

 

 

 

 

COUR DU MORTIER D'OR
Eingang Rue Champeaux, Rue des Quinze Vingt
Sehenswert ist das Holzportal mit einer Darstellung der Verkündigung.

 

 

 

RATHAUS (17. - 20. Jh.)
Place Alexandre Israël
Das Rathaus ist im Stil Ludwigs XIII. erbaut (1624/1672). Über der Toreinfahrt die Figur der „Behelmten Minerva“ die den Platz des 1793 zerstörten Standbilds Ludwigs XIV. eingenommen hat. Als Inschrift der Leitspruch der Revolution in seiner ursprünglichen Form „Liberté, Egalité, Fraternité ou la Mort“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Tod) - eine Seltenheit.

Im Ratssaal ein Marmormedaillon Ludwigs XIV., das 1690 von François Girardon geschaffen wurde.

 

 

 

 

HOTEL DE MARISY (16. Jh.)
Ecke Rue des Quinze-Vingts/Rue Charbonnet. Der hervorspringende Eckturm diente als Oratorium; von hier aus konnten alle umgebenden Straßen überwacht werden.

Unbedingt sehenswert: Die schmiedeeisernen Fenstergitter mit den gedrehten Eisenstäben, die allein mit dem Hammer, ohne Schweißnähte, gearbeitet wurden. Früher fand man solche Gitter an den Fenstern der Weinhandlungen, aber heute haben sie Seltenheitswert.

 

 

 

DAS MAISON DU MOÏSE (1553)
Ecke Rue Rue Charbonnet/Rue Paillot de Montabert. TDieser Renaissancebau wurde unter abwechselnder Verwendung von Backstein und Naturstein ("Damier Champenois“) errichtet und war von 1844 – 1927 Sitz der Hauptpost.

In einer Ecknische steht ein Standbild des Propheten Moses. Die Brunnenverkleidung (16. Jh.) stammt aus dem Hof des ehemaligen Justizpalastes.

 

 

 

HOTEL D'AUTRUY (16. Jh.)
Rue Général de Gaulle 104
Jean d’Autruy wurde 1594 von Heinrich IV. geadelt. Typische Bauweise im „Damier Champenois“ (abwechselnde Verwendung von Backstein und Naturstein).

Beachtenswert: Die Fensterläden befinden sich nach altem Vorbild innen.

 

 

 

SYNAGOGUE - RACHI INSTITUTE
Rue Brunneval 5
Die Synagoge erinnert an die bedeutende Rolle, die die jüdische Gemeinde seit dem 11. Jh. in Troyes spielte. Aus ihr ging der weltberühmte Gelehrte RACHI (eigentlich Rabbi Chlomo ben Isaac) hervor, dessen Auslegung der Bibel auch heute noch maßgebend ist.

Seine Arbeiten sind in Form von Kommentaren abgefasst und erklären den Wortlaut des Alten Testaments und des Talmud. Gegenüber der Synagoge liegt das Universitätsinstitut Rachi, ein europäisches Zentrum für das Studium und die Erforschung der hebräischen Kultur. Auf dem Theatervorplatz (Théâtre de Champagne) befindet sich die RACHI-Gedenkstätte, ein „Denkmal des Lichts“, welches in Anwesenheit des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel eingeweiht wurde.

 

 

 

 

HOTEL DU LION NOIR (16. Jh.)
Rue Emile Zola 111
Dieses Stadtpalais wurde Ende des 16. Jhs. von einem reichen Kaufmann, der in die adligen troyeser Kreise eingeheiratet hatte, an der Stelle eines am 26. Februar 1559 von der Feuersbrunst zerstörten Hauses in der damaligen Rue de l’Epicerie (Straße des Lebensmittelladens) errichtet.

Bei seiner Restauration wurde unter dem Putz eine mit eindrucksvollen Bildhauerarbeiten verzierte Renaissance-Fassade freigelegt.

 

 

 

 

HOTEL DES ANGOISELLES (16. Jh.)
Ecke Rue Saussier/Montée des Changes
Es heißt, dass dieses Stadtpalais früher den Namen Hôtel Gandelus trug, nach einer italienischen Familie, die um 1256 zu den Champagnermärkten nach Troyes gekommen war. 

 

 

 

 

HOTEL DE CHAPELAINES (16. Jh.)
Rue Turenne 55
Als dieses Stadtpalais 1536 von der Tuchfärberfamilie Largentier erbaut wurde, hieß es Grand Hôtel de Clairvaux. 

Es verdankt seinen heutigen Namen einem der Söhne, der für seinen Dienst unter Heinrich IV. zum Baron de Chapelaines ernannt wurde. Nachdem im Jahre 1629 Ludwig XIII. hier geweilt hatte, waren hier 1814 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm II., der Zar Alexander I. und Franz I. von Österreich zu Gast. .

Letzter war von dem herzlichen Empfang so angetan, dass er seiner Gastgeberin einen Diamanten schenkte, mit dem er auf einer noch heute erhaltenen Fensterscheibe ein geheimnisvolles Wort einritzte (Henrig?).

 

 

 

 

HOTEL DU PETIT LOUVRE (16. – 19. Jh.)
Ecke Place du Préau/Rue de la Montée Saint-Pierre/Rue Linard Gontier
Dieses ehemalige Haus der Domherren von Saint-Pierre wurde auf den Überresten der gallo-römischen Stadtmauer erbaut. 

In diesem Viertel stand bis zur Revolution der Palast der Grafen der Champagne. Im 19. Jh. beherbergten die Gebäude die Postkutschenstation Troyes - Paris sowie die berittene Post. 

Nach der mündlichen Überlieferung kamen die Postillons vom Louvre in Paris her geritten, daher der Name.

 

 

 

 

 

DIE PRÄFEKTUR (18. – 19. Jh.)
Place de la Libération
An der Stelle der ehemaligen Abtei Notre-Dame-aux-Nonnains – bedeutendste Frauenabtei des Mittelalters innerhalb der Diözese von Troyes – wurde das heutige Gebäude von dem Baumeister La Brière errichtet und 1781 vollendet.

An der Stelle der Uhr hatte früher eine Bronzebüste von Désiré Briden (1899) gestanden, die allerdings während des 2. Weltkriegs eingeschmolzen wurde.

Auf dem 1912 angelegten Platz steht eine weiße Marmorgruppe von Suchetet, die die Entführung einer Nymphe durch ein Flussungeheuer darstellt.

 

 

 

 

ABTEI ST-MARTIN-ES-AIRES (17. Jh.)
Rue Saint Martin-ès-Aires – Universitätscampus
Diese Abtei wurde im 12. Jh. gegründet, als „ès Aires“ noch „auf dem Lande“ bedeutete. Im 16. Jh. war einer der Äbte der berühmte italienische Maler und Architekt Primatice.

Nachdem der Bau von 1656 bis 1759 im Stil Ludwigs XIII. neu errichtet worden war, beherbergte er nacheinander eine Baumwollspinnerei, ein Waisenhaus und das Pensionat der Schwestern vom Sacré-Coeur. Die Kapelle wurde im Jahr 1890 im „Baltard-Stil“ (gusseiserne Träger und Balustrade) erbaut.